Das Rinder-Fach-Journal Dezember 2025 & Rind Wir
Auch in diesem Jahr möchten wir zur Weihnachtszeit Menschen in unserer Region unterstützen. Da uns die Kinder besonders am Herzen liegen, geht unsere Spende zu gleichen Teilen an das Kinderhospiz in Magdeburg und das Leserhilfswerk des Nordkuriers. Zwei Organisationen, die mit Herz und Engagement unvergessliche Momente schenken. Wir freuen uns, wenn auch Sie diese Organisationen mit einer Spende unterstützen und dazu beitragen, dass Hilfe dort ankommt, wo sie wirklich gebraucht wird. Weitere Informationen hierzu nden Sie unter: www.kinderhospiz-magdeburg.de www.leserhilfswerk.de SPENDEN MIT www.rinderallianz.de
Impressum 31. Jahrgang Dezember 2025 erscheint 3 x jährlich Herausgeber: RinderAllianz GmbH Am Bullenberg 1 17348 Woldegk Tel.: 03963 2559-0 Fax: 03963 2559-26 woldegk@rinderallianz.de Redaktion: Dr. Sabine Krüger - Schriftleitung Wiebke Augustin Alexander Braune Dr. Silke Heinz Berit Heymann Katja Kase Holger Reimer Dr. Sabine Schmidt Mareike Wollert Druck und Gestaltung: STEFFEN MEDIA GmbH Friedland I Usedom Fotos: Arkink, Bakker, Cowsmopolitan, Finger, Geverink, Hopman, Joosse, KeLeKi, Kleemann, Kohl, Kuhfacto, Lenk, LFV©Sachsen-Anhalt, LKV ST, Nolli, Maartje, MAR, Massfeller, MRV, Palo, pab, Peters, Pohl, privat, Qnetics, RBB, RBW, Rinas, RinderAllianz, RSH, RUW, Schröder, Schulte, Schulze, Topf, vit, VOST, Warder, u. a. Sehr geehrte Leserinnen und Leser, unter oben genannter Überschrift fand mit der HolsteinVision – DIE emotionale Verbandsschau der RinderAllianz – statt. Insofern passt das Motto sehr gut zu diesem „Rind & Wir“ – Vorwort. Aber, der Reihe nach … Die Veranstaltung bot einen „Abend voller Emotionen, Qualität und Zuchtleidenschaft“. Diese Erwartungen unseres Ehrenamtes, geäußert im Vorwort des Kataloges, wurden „in Längen“ übertroffen. Auch die Preisrichterin Andrea Perk war beeindruckt von der Tierqualität und der perfekten Organisation. Die Formulierung EMOTIONEN PUR passt ebenfalls auf die Neuorganisation der Geschäftsführung in unserem Unternehmensverbund. Nach über dreißig Jahren darf ich die Verantwortung an fachlich versierte, menschlich integre und anerkannte Kollegen übergeben. Ein wohlüberlegter Schritt, von dem neue Impulse ausgehen werden. Mitarbeiter, welche ihren Beruf als Berufung verstehen, werden auch in Zukunft das Schiff „RinderAllianz“ sicher steuern, davon bin ich überzeugt! Abschließend möchte ich allen danken, die mir diese Zeit ermöglicht haben. Gemeint sind meine Familie für ihr Verständnis, die Landwirte für das entgegenbrachte, große Vertrauen und alle Kollegen der RinderAllianz und des RSA für ihre richtig gute, gemeinsame Arbeit über viele Jahrzehnte. Für die Zukunft wünsche ich Ihnen GESUNDHEIT, persönliche Zufriedenheiten und viele positive, PURE EMOTIONEN in einem der schönsten Berufe – in der Rinderzucht. Ihr Matthias Löber VORWORT 1 EMOTIONEN PUR
2 Termine RIND&WIR August 2025 Friedrich Wallstab und sein FLS-Auktionsbulle sind in der Winterlandschaft in Landsturm. 75 2026 09.01.2026 RUW HIGHLIGHTSale, Hamm 13.01.2026 RA-Brunch in Sachsen-Anhalt, Halle 27.01.2026 RA-Brunch in Mecklenburg-Vorpommern, Tantzen-Dobbehaus GbR 03.02.2026 RA-Brunch in Mecklenburg-Vorpommern, Landgut Durach KG, Strasburg 10.02.2026 Züchterseminar, Bismark 24.02.2026 Fleischrindbullenauktion, Online 10.03.2026 Milchrindtag, Güstrow 11.03.2026 Milchrindtag, Woldegk 20.03.2026 Sunrise Sale, Karow 26.03.2026 Generalversammlung RSA eG, Bismark 09. – 12.04.2026 agra inkl. Mitteldeutscher Fleischrindwettbewerb, Leipzig 16./17.04.2026 RA-Managementseminar 21.04.2026 Fleischrindfärsenauktion „Best of“, Groß Kreutz 24./25.04.2026 YoungVision, Karow 30.05.2026 150 Jahre Jubiläum Fischbecker Rinderzucht 27.06.2026 Pommernschau, Dersekow
3 Inhalt 4 HolsteinVision 2025 8 Interview mit Andrea Perk 12 Testherdenprogramm 14 MeLa 2025 16 Vereinsfahrt nach Polen 20 Laborverbund geplant 22 Zuchtstätte DE-SU im Fokus 24 Zuchtwertschätzung MR 28 Bullenticker 32 Phönix Group GmbH 36 Infos aus BRS und VIT 40 Beste geprüfte Betriebe 42 Spitzenleistungen 44 Länderergebnisse 45 Höchste Lebensleistung 46 150.000 Liter-Kühe 48 Sunrise Sale – Quelle für Zuchterfolg 50 Gut Verladen, besser gefahren 52 Extensivrassen auf der MeLa 2025 54 IG Uckermärker 56 Treffpunkt Fleischrind 58 FR-Züchter unterwegs in Sachsen 60 Zukunft der Rindfleischerzeugung 62 Milch unter der Sonne 64 Hightech auf dem Bullenberg 65 Trächtigkeitsuntersuchung 66 Phönix-Samen direkt vom Bullenberg 68 Rülpsen mit Folgen?! 70 Bringt ein Gen den Unterschied? 71 Den Zellen auf der Spur 74 Fleischrindnachwuchs überzeugt 76 RA-Jungzüchter international 77 Feingefühl im Ring 78 Jungzüchter-Trainingslager 79 RUW- Schau 2025 80 Neue Mitarbeiter/Neue Mitglieder 82 Kurz und knapp TERMINE & INHALTSVERZEICHNIS 14 4
4 RIND&WIR Dezember 2025 Haute Couture der Rinderzucht und französische Eleganz in Bismark Mitreißende Spannung, stimmungsvolle Beleuchtung und Musik für den Gänsehautmoment sind nur einige Attribute, welche die HolsteinVision am 20.11.2025 beschreiben. Ein Abend, der mehr als 1.100 Besucher lockte und 130 herausragende Kühe im Schauwettbewerb bot. Ein Abend voller Emotionen – „Emotionen pur.“ Beeindruckende Färsenklassen „Wow – was für eine fantastische Qualität“, kommentierte die begeisterte Preisrichterin des Abends, Andrea Perk aus Niedersachsen, bereits in der ersten Klasse der HolsteinVision 2025. Ein Schauevent, das ihr und den Besuchern sicher lange in Erinnerung bleiben wird. Mit der kapitalen GWH Nana von der Züchtergemeinschaft Gerbothe-Wiesener und Schröter hatte sie hier ihre Siegerin der Klasse gefunden und setzte diese vor der mittelrahmigen, sehr korrekten Centa vom Familienbetrieb Schröter. Diese stammt aus der Kuhfamilie Phönix-Spitzenbulle Semian RDC, der gerade mit der Produktion beginnt. Auf den 1c- und 1d-Platz fügten sich die euterstarke Carenzo-Tochter South Georgia (Didion de Schutter GbR) und die rote Schönheit FIS Casablanca Red ET aus der Schwarzbuntzucht Fischbeck ein. Die Vorzüge in der Bewegung und das korrekte Becken machten Dooleys, deren Mutter Soda ebenfalls bei der Schau HolsteinVision im Wettbewerb war, zur Klassensiegerin. BcH Gwen konnte mit viel Eleganz und fabelhaftem Euter den 1b-Platz vor der sehr balancierten Vanessa (LMH Am Recknitztal eG) für sich behaupten. In der 3. Klasse der Färsen imponierte Jumanji (LWB Schröter) aus der Schwei-
5 VERBANDSLEBEN Die balancierte rote Schönheit BcH Bee Red P wird Siegerin der Färsen. zer Schaukuhfamilie von Hellender Juror Jurour Jugolin EX92 mit einem tadellosen Seitenbild. Große Freude über den 1b-Platz gab es beim Milchhof Krey/ Springborn und der hellen, sehr körperstarken AMH Daria P. Die feminine und sehr tiefe BcH Bilatis vom Rinderzuchtbetrieb Augustin kam auf Platz drei vor Cely aus der bekannten Zuchtstätte Wendell aus Schleswig-Holstein. Farbe brachte BcH Bee Red P ins Spiel und begeisterte mit Entwicklungsfähigkeit und Raffinesse Preisrichterin und Publikum gleichermaßen. Collin-Tochter Komtess vom Agrarhof Busse-Paucke, Destiny Diana ET aus Fischbeck und Vista P der Lindenberger AG eG waren die weiteren Topfärsen der 4. Klasse. Phönix-Vererber beeindrucken Die Nachzuchten ausgewählter Bullen haben einen besonderen Stellenwert bei der HolsteinVision. Mit den Phönix-Partnern RBB, RBW und der RSH ist ein breites Portfolio für jeden Geschmack gegeben, das international seinesgleichen sucht. Bench EX91 823287 Der Bennie-Sohn Bench ist ein Ausnahmetalent, was er schon als Genomstar zeigte. Mit seiner super einheitlichen, wünschenswert mittelrahmigen Nachzucht mit tadellosem Fundament und viel Entwicklungsfähigkeit imponierte dieser Spross aus der bekannten Sandy-Valley ItsPossible-ET-Familie. Siegerin dieser Nachzucht wurde SL Shanice, die alle Vorzüge des Vaters perfekt kombinierte und zudem ein super drüsiges und festes Euter präsentierte. Den 1b-Platz sicherte sich Beatrix aus Jürgenstorf, die nun mit ihrer Ausstrahlung die Herde in Lindenberg bereichern wird. Chagall 811667 Nicht nur hier im Ring, sondern generell sind die Töchter des Calvin-Sohnes Chagall meist dunkel gezeichnet und zeigen sich knapp mittelrahmig mit einer schönen Rippenausprägung und -wölbung. Besonders beeindruckend ist die Fundamentqualität, was sich auch in seinem sehr guten Zuchtwert für Nutzungsdauer widerspiegelt. ARH Carlotta aus Ranzig konnte zudem mit einer großartigen Eutertextur glänzen und sicherte sich so den Platz 1a vor der ebenfalls dunklen Charleen aus der LVAT Groß Kreutz. Canitz 769600 Die nächste Nachzucht waren die Töchter des Phönix-Vererbers Canitz aus dem Zuchtgebiet Baden-Württemberg. Dem aufmerksamen Beobachter entging nicht, dass die Gruppe im Gebiet der RinderAllianz selektiert wurde. Die RBW hat frühzeitig die Vorteile eines Testherdensystems erkannt und nutzt diese für mehr Sicherheit. Der Ersteinsatz für die RBW-Kunden erfolgt seit Jahren parallel bei RinderAllianz und RBB. Die Canitz-Töchter zeigten sich elegant und stark im Exterieur. Ihre Becken sind optimal gelagert und ausgesprochen breit. Sie zeigen etwas mehr Winkel im Hinterbein, stehen dabei allerdings parallel auf ihren Fundamenten und gefallen insbesondere durch ihre trockenen Sprunggelenke, was wiederum die Gründe für ihre sehr gute Mobilität sind. Das Siegerduo wurde mit Cricket von der Vömel GbR aus Parchtitz und Claudia (AG Tucheim) gestellt. »Es war für mich die beste Schau, die ich je richten durfte.« Crunch 575320 Crunch war der zweite Calvin-Sohn, der an diesem Abend eine Nachzucht zeigte. Die fünf Tiere aus Schleswig-Holstein präsentierten sich als große Kühe mit sehr guter Rippenwölbung. Ihre korrekt gelagerten Becken zeichneten sich durch eine mittlere Breite aus und tragen zu den positiven Abkalbeeigenschaften bei. Die Euter der Crunch-Töchter fallen durch ihre sehr gute Textur und die gewünschte Euterbalance bei überdurchschnittlicher Bewertung für Euterboden und Hintereuterhöhe auf. Siegerinnen wurden Carport von Karsten Kaack und Cranberry der SieversKamp GbR. Seyda gewinnt Nun stand der erste Höhepunkt auf dem Programm – die Siegerauswahl der besten Phönix-Nachzuchtkuh. Die 1a- und 1b-prämierten Tiere aus den Gruppen von Bench EX91, Chagall, Canitz und Crunch betraten die goldenen Späne und verdeutlichten beeindruckend die Qualität des PhönixZuchtprogrammes und den Mehrwert, den dieses für die Landwirte bringt. „Was für fantastische Tiere und was für eine Qualität an Nachzuchttieren“, kommentierte die zügige Preisrichterin Andrea Perk die Tiere, bevor sie SL Shanice von der Rinderzucht Seydaland und das korrekte, enorm euterbetonte Cricket vom Zuchtbetrieb Vömel aus Parchtitz als Siegergespann der Nachzuchten unter Beifall auswählte. SL Shanice ist ein Paradebeispiel für die Vererbungsstärken ihres Vaters Bench und die Reservesiegerfärse 2025.
6 RIND&WIR Dezember 2025 Eine Augenweide mit dem gewissen Etwas ist HyperHyper aus Langenweddingen. Große Freude zum Reservesieg Jung für BcH Oleandina und Rinderzucht Augustin. Die schicke Custus-Tochter BcH Belstar ist erneut siegreich in Bismark, diesmal in der Kategorie Mittel. (Foto 1. Laktation) Sie macht ihrem Namen HaH Lady Like ET alle Ehre und wurde zur Siegerin Jung gekürt. Bench erneut siegreich Die Crème de la Crème der Färsen und die Siegerinnen des Nachzuchtfinales standen im Ring. Bei diesem Anblick geriet jeder Kuhfan ins Schwärmen. „Was Sie hier sehen, liebes Publikum, ist das, was sich jeder Milchviehhalter wünscht“, moderierte die Preisrichterin, bevor sie unter dem Applaus der Besucher die mittelrahmige, schicke rote BcH Bee Red P zur Siegerin kürte und die Bench-Tochter SL Shanice mit ihrem perfekten Euter als Reservesiegerin zur Seite stellte und so für Jubel, nicht nur bei den Zuchtstätten Augustin und Seydaland, sorgte. Bismark hat besonderes Format In der Klasse 9 sorgte die letzte Hintereuterhöhe von NM Amanda (Bewersdorff und Christof Kästner) für den Sieg im Kopf-anKopf-Rennen mit der Flight-Red-Tochter SL Omanti (Seydaland). Die kapitale Kriegerin von der APG Schwarzholz nutzte die ideale Hintereuterbeschaffenheit, um sich vor Asol ET (Milchhof Krey/Springborn) zu platzieren. Schon im letzten Jahr konnte HaH Lady Like ET mit ihrem Seitenbild und jugendlichem Esprit begeistern. Ein Jahr später führte ihr Besitzer Philipp Marquard sie zum Sieg der Klasse 10 vor BcH Oleandina von Klaus-Dieter Augustin und Natasha von der LMH Am Recknitztal eG. Mit den Worten: „Sie besticht mit einem Euter, wie es besser nicht sein kann“, begann Andrea Perk ihre Kommentierung, bevor sie die Tochter des Phönix-Bullen Corleone, BcH Amanda, zur Siegerin der Klasse 11 kürte. Auf dem 1b-Platz setzte sie Gossip Girl vom Zuchtbetrieb Heiner Staggen, die schon im letzten Jahr ihre Vorzüge in der Länge der Mittelhand und der stilvollen Hals-Schulter-Partie präsentierte und so die sehr balancierte Baby Lemony vom MVB van der Horst, Jan Bernd Wille und Cecile-Charlott Janda auf den 1c-Platz rangierte. Schönheiten unter sich Die 1a- und 1b-Preisträgerinnen der Klassen 9 bis 11 wetteiferten um den begehrten Titel der Siegerin Jung. „Sie verkörpert das, was ich mir an Raffinesse und Jugendlichkeit wünsche“, kommentierte Perk, bevor sie unter tosendem Beifall HaH Lady Like ET zur Siegerin kürte und ihr mit BcH Oleandina vom renommierten mecklenburger Zuchtbetrieb Augustin eine makellose Reservesiegerin zur Seite stellte. Je später der Abend… … umso schöner die Kühe – kann der Slogan für die Kategorie der mittleren Kühe heißen. Den aufmerksamen Lesern des Katalogs wurde schon beim Durchblättern der Starterinnen in dieser Kategorie klar, mit welcher Armada an Spitzentieren wir in den vier Klassen rechnen konnten. In der Klasse 12 hatte die seidige, lackschwarze Tochter des Phönix-Bullen Custos, BcH Belstar (Rinderzucht Augustin), die Nase erneut vorn und versetzte die körperstarke EW Aurora ET (gekauft über den Sunrise Sale) auf den 1b-Platz. Sowie BcH Belstar als auch Aurora waren übrigens das dritte Jahr in Folge im hochkarätigen Starterfeld der HolsteinVision. Den 1c-Preis sicherte sich die bekannte
7 VERBANDSLEBEN Siegerin Alt und Grand Champion: die Französin Mitzy vom Team Huhne mit mehr als 77.000 Mkg. Eine weitere erfolgreiche Schau für die Viertkalbin Bell vom MVB van der Horst aus Langenweddingen. Gladius-EX92-Tochter Bianca aus Klein Schwechten, die ebenfalls drei Jahre in Folge eine Ausstellungsbühne mit ihrem hervorragenden Anblick bereicherte. HyperHyper hieß es in der nächsten Klasse der Drittkalbinnen mit einem Paradeexemplar der Zucht aus Langenweddingen. Sie konnte sich mit seidiger Eleganz und Frische vor BcH Germany PP (Augustin) und HaH Diva ET (Bewersdorff) auf den vordersten Rang positionieren. Die Stallgefährtinnen BcH Terri und BcH Bella Red P dominierten mit ihrem Antlitz die nächste Klasse und posierten mit ihrer Komplettheit vor SL Omatti (Seydaland) sowie FIS Simbabwe auf Platz 1c. Keine Geringere als die schon in Neumünster am Abend siegreiche HaH Zeisig (Bewersdorff) sicherte sich den 1a-Platz der nächsten Klasse, eine kleine Nuance gab hier den Ausschlag für die Platzierung vor der bereits auf Bundesniveau siegreichen Elodie von Familie Schröter. GA Fanta aus dem Züchtersyndikat Schröter, Bengstein und Gerbothe entschied das knappe Kopf-an-Kopf-Rennen für sich vor der euterstarken FIS Frauki. Strahlende Schönheiten Im Ring standen acht sensationelle Kühe. Von jugendlicher Frische bis zur weiterentwickelten, körperbetonten Drittkalbskuh war für jeden Geschmack etwas dabei. „Ich wünsche mir Kühe, die jugendlich, korrekt und frisch wirken“, begann Andrea Perk ihre Kommentierung, bevor sie Katalognummer 112, HyperHyper, zur Siegerin dieser Rubrik kürte und die lackschwarze, bekannte BcH Belstar als Reservesiegerin rangierte. Große Freude und pure Emotionen bei den beiden siegreichen Züchterfamilien, die vor Freude einige Tränen vergossen. Extravaganz in Perfektion „Der helle Wahnsinn, schauen Sie sich diese alten Kühe an“, huldigte Andrea Perk die erste Klasse von Kühen mit vier Abkalbungen. An der Spitze stand Bell vom Zuchtbetrieb MVB van der Horst vor der bereits auf mehreren Schauen erfolgreichen SL Kara (Vater Phönix-Bulle Rafting) aus Seydaland. Die ebenfalls bekannte Biathlon-Tochter Kimberly von der LMH Am Recknitztal landete auf dem 1c-Platz und überzeugte ein weiteres Mal als korrekte, tiefe und sehr balancierte Kuh. Ihrem Namen alle Ehre machte Supergirl in der nächsten Klasse von Kühen mit vier Kalbungen. Bereits als Kalb erkannte Dirk Huhne die Qualität dieses Tieres und kaufte sie beim Sunrise Sale in Karow. In dieser Novembernacht spielte sie erneut ihre Vorzüge aus und sicherte sich so verdient den 1a-Platz. BcH Annabel (Augustin) im dunklen Gewand und Gabula von der Deutsch/Kersten GbR folgten ihr. Einzeln betraten die Kühe mit fünf und mehr Kalbungen die goldenen Späne im Ring und wurden unter Beifall für die erbrachten Leistungen gewürdigt. „Vive la France“ hieß es hier am Ende, als die über die Landesgrenzen bekannte siebenkalbige Mitzy den Sieg erreichte und mit Rihanna vom Team Dirk Huhne ihre Stallgefährtin auf den 1b-Platz verwies. MyH Mathilda ET konnte den 1c-Rang erreichen. Den Preis für die höchste Lebensleistung mit bemerkenswerten 117.000 Mkg erhielt Soda von Henrik Holm und Hauke Jebens aus Schleswig-Holstein. Wenn Augenblicke für immer bleiben Durch den feinen Nebel, der wie ein Schleier über der abgedunkelten Bismarker Zuchtviehhalle lag, traten sie hervor: BcH Bee Red P, HaH Lady Like ET, HyperHyper und Mitzy. Im warmen Gold der Scheinwerfer setzten ihre Schritte die Späne in Glanz und im selben Augenblick schien die Zeit still zu stehen. Ein Bild, das selbst den letzten Zuschauer am Ring berührte und Gänsehaut über den Rücken legte. Die Klänge von Gesang und Instrumenten hoben die vier außergewöhnlichen Tiere und ihre Züchter auf die verdient große Bühne. Hier wurde nicht nur präsentiert, hier wurde Geschichte geschrieben. „Diese Schau wurde mit dieser enormen Tierqualität und der atemberaubenden Atmosphäre ihrem Motto – Emotionen pur – mehr als gerecht. Es war für mich die beste Schau, die ich je richten durfte“, sprach Andrea Perk ein letztes Mal zu den Züchtern und dem Publikum. „Jeder, der mich kennt, weiß, für welche Art von Kuh mein Herz schlägt“, fuhr sie fort, bevor sie Mitzy den glorreichen Klaps zum Grand Champion gab und unter tosendem Applaus nicht nur Jubelstürme beim Team von Dirk Huhne erzeugte, sondern die Bismarker Zuchtviehhalle zum Beben brachte. Pure Freude und ein Augenblick für die Ewigkeit. Danke. Voll geladen mit positiver Energie blicken wir auf die HolsteinVision 2025 zurück und freuen uns auf die nächste. Es ist uns als RinderAllianz ein Bedürfnis, herzlich Danke zu sagen: den Beschickern, Zuschauern, Fittern und zahlreichen Helfern vor und hinter den Kulissen für einen unvergesslichen Abend mit emotionsgeladenen Höhepunkten – Danke. Alexander Braune
8 RIND&WIR Dezember 2025 Welche Menschen haben Ihre Entwicklung beeinflusst? Die Mitarbeiter der damaligen WeserEms-Union waren stets hilfsbereit, aufgeschlossen und haben die Jungzüchterarbeit unterstützt. Besonders Martin Hempen half bei der Tierauswahl und hatte immer ein offenes Ohr für Nachwuchszüchter. Meine Rhetorik und der Züchterblick wurden geschärft durch Rolf Oorlog. Frei nach dem Motto: „Leidenschaft verbindet“, unterstützten wir uns als Jungzüchtertruppe gegenseitig und halfen einander in der Rinderzucht zu wachsen. Wie beeinflusst Ihre Tätigkeit in der Zuchtberatung den Blick auf Kühe? Ich bin seit 13 Jahren im Außendienst unterwegs und höre oft: „Wir wollen keine Schaukühe, sondern Kühe, die unkompliziert funktionieren.“ – das schließt sich jedoch nicht aus! Nur gesunde, funktionale Kühe werden alt und sind langfristig wirtschaftlich. In die meisten Betriebe passen am besten mittelrahmige Kühe. Ein gutes Fundament und hervorragende Mobilität sind entscheidend, genauso wie Stärke und Breite wirken sich bekanntermaßen positiv auf den Stoffwechsel und die Milchleistung aus. Viele meiner Betriebe nutzen inzwischen erfolgreich die Ergebnisse der genomischen Selektion, um die „inneren Werte“ der Tiere zu berücksichtigen. Wenn Sie an die HolsteinVision zurückdenken … … denke ich an eine atemberaubende Atmosphäre, zahlreiche Personen, die über Tage alles perfekt organisiert haben, sodass jedes Tier seinen Moment der Schau genießen konnte. Ich spüre immer noch diesen Ort mit viel Passion und Leidenschaft. Zahlreiche Schaubeschicker, Sponsoren und andere Zuchtorganisationen erlebten Emotionen pur – eine Show die man live erleben muss. Beeindruckt haben mich auch die sehr gut vorbereiteten Nachzuchten. Ich finde es immer noch wichtig bei Schauen Töchter von „angesagten“ Bullen zu präsentieren. Gänsehaut bekomme ich noch, wenn ich an das Niveau der Schau denke. Von der ersten Färse bis zu den ältesten Kühen war eine enorme Qualität der Tiere zu sehen. Oft entschieden nur Nuancen über die Platzierungen. Welche Tiere haben Sie besonders beeindruckt? Alle vier Tiere in der Endlinie zur Grand Champion Auswahl waren hervorragend. Die rotbunte Siegerfärse hat enormes Entwicklungspotenzial, eine feine Knochenqualität und entspricht genau meinem Zuchtideal: mittelrahmig, gutes Fundament, festes Euter und optimal platzierte Striche. Ihre Ausstrahlung und Ringpräsenz sind beeindruckend. Die Siegerin der Kategorie Junge Kühe war sehr feinzellig und edel, ebenfalls mit gutem Fundament, klaren Sprunggelenken und festem Euter, das deutlich über dem Sprunggelenk getragen wird. Auch die Siegerin der Mittleren Kühe überzeugte mit einem drüsigen, harmonisch getragenen Euter – eine wahre Augenweide. Besonders beeindruckt hat mich die Siegerin der älteren Kühe. In ihrer 7. Laktation zeigte sie Frische, Eleganz und ein Fundament, das keine Wünsche offenließ. „Sie kam, sah und siegte“ – zurecht mein Grand Champion der HolsteinVision. Ihr Fazit zur Schau der RinderAllianz Herausragend! Die Schau fand auf einem absolut hohen Niveau statt – sowohl organisatorisch als auch in Bezug auf die Tierqualität. Die RinderAllianz hat eine hervorragende Veranstaltung auf die Beine gestellt, gerade in Zeiten, in denen die Bereitschaft zur Ausstellung zurückgeht. Ein herzlicher Dank gilt den Beschickern, die ihre Tiere oft wochenlang sorgfältig vorbereitet haben. Es war mir eine Ehre und Freude zugleich, Preisrichterin der HolsteinVision zu sein. Emotionen Pur konnte man spüren und erleben – Danke! Das Interview führte Katja Kase Im Ring mit Andrea Perk Andrea Perk in ihrem Element als Preisrichterin. Aufgewachsen auf dem elterlichen Milchviehbetrieb entdeckte sie schnell ihre Leidenschaft für Tierschauen und Rinderzucht. 2011 ist sie in den offiziellen BRS-Preisrichterpool aufgenommen worden und durfte in diesem Jahr die bekannte HolsteinVision richten. Grund genug, einmal mehr über Preisrichterin Andrea Perk zu erfahren.
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HolsteinVision
12 RIND&WIR Dezember 2025 Rinderzucht im modernen Zeitalter Neben den Leistungsmerkmalen und dem Exterieur sind mittlerweile auch Gesundheit, Antibiotikareduktion, Ressourceneffizienz, Klimaneutralität und Hitzetoleranz neue, bedeutende Parameter, die zunehmend Einfluss auf den Alltag der Rinderzucht nehmen. Dr. Jan Körte, Moderator des Testherdentages, stellte in seiner Begrüßung eindrucksvoll die nationalen und internationalen Entwicklungen in diesem Bereich vor und betonte die Bedeutung dieses Testherdenprojekts für die europäischen Milchviehbetriebe. Daten und Datenmanagement sind zentrale Schlüssel, die in Zukunft gezielt eingesetzt und gesichert werden müssen. Die nächste Stufe Dr. Jan Hendrik Osmers, Geschäftsführer der RBB, visualisierte die bisher erreichten Meilensteine der Testherden von RinderAllianz und Rinderproduktion Berlin-Brandenburg. Mit der Gründung von „Phönix“ gibt es für die RinderzüchKonstruktiv und kreativ ter einige Veränderungen und Neuerungen. Die Testherden genießen hohe Anerkennung und werden auch in den kommenden Jahren in modifizierter Form bestehen bleiben. Die deutsche Rinderzucht muss sich jedoch von international agierenden, oft fremdkapitalfinanzierten Unternehmen abgrenzen. Mit sicheren Daten, neuen Merkmalen und der Zusammenarbeit mit unabhängiger Wissenschaft können wir den Kurs in der Rinderzucht sicher halten und sie weiterhin aktiv für und mit den Landwirten gestalten. Die Phönix Group als modernes Unternehmen möchte diesen gemeinsamen Weg auch in Zukunft weitergehen. Stress im Stall? Prof. Hermann Swalve von der MartinLuther-Universität Halle-Wittenberg, ein langjähriger Partner, bot einen Ausblick auf das Thema Hitzestress und dessen Auswirkungen. Nicht jede Kuh reagiert gleich auf hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit; einige Tiere kommen besser mit diesen Bedingungen zurecht Erfolgsgeschichte Testherdenprogramm – Landwirte im Austausch. Unser Testherdenprogramm wird inzwischen in Europa mit großem Interesse verfolgt. Der Austausch von Landwirten, RinderAllianz und der Wissenschaft, in Verbindung mit Gesundheitsdiagnosen und zusätzlich erfassten Merkmalen, ist für viele Programmteilnehmer hilfreich. Auf der malerischen Insel Rügen wurde den Teilnehmern viel geboten, um die Zukunft der Rinderzucht aktiv mit Know-how zu gestalten. als andere. Hitzestress reduziert nicht nur die Leistung, sondern kann auch die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und die Krankheitsanfälligkeit erhöhen – ein klarer Faktor für das Tierwohl. Auch hier zeigt sich durch die Testherdendaten: Hitzetoleranz kann züchterisch beeinflusst werden. Eine gezielte Selektion auf diesen Aspekt ist bald möglich, dank entsprechender Zuchtwerte, die wieder einmal auf den Daten der Testherden basieren. KI für Kühe? Dr. Bastian Kubsch vom Fraunhofer-Institut berichtete über die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz in der Rinderhaltung. KI ist ein zentrales Thema und, richtig eingesetzt, enorm hilfreich für die Früherkennung von Krankheiten, Lahmheit und vielen weiteren Aspekten. Ein wichtiger Baustein dabei ist das „Training“ der KI, das bedeutet, sie muss mit Informationen und Wissen gefüttert werden. Wir werden eine noch stärkere Entwicklung der Automatisierung und
13 VERBANDSLEBEN Jochen Vömel - Vömel GbR Wir leben nicht in der Vergangenheit, wir leben in der Zukunft. “ Technisierung in der Landwirtschaft erleben. Daher ist es entscheidend, jetzt schon aktiv zu gestalten. Von jungen Hühnern und alten Kühen Dr. Anke Römer berichtete über die erfreuliche Entwicklung der immer älter werdenden Kühe in den Herden. Immer weniger Färsen gehen in der ersten Laktation ab und die Kühe erzielen höhere Laktations- und Lebensleistungen. Gesundheit ist dabei ein zentrales Thema. Zuchtwissen und das integrierte Herdenmanagement haben die Langlebigkeit der Tiere deutlich verbessert und ihre Gesundheit gefördert. Ältere Kühe sind jedoch anfälliger für Krankheiten, besonders in der Eutergesundheit. Diese beiden Herausforderungen – mehr Fürsorge für ältere Tiere und eine adäquate Behandlung – zu vereinen, ist eine Mammutaufgabe. Diese Thematik muss weiterhin kritisch betrachtet und mit den Landwirten gemeinsam weiterentwickelt werden. Stare im Visier Masterandin Linea Schröder aus Dummerstorf berichtete über die Folgen von Futterfraß und Verunreinigungen durch Stare in Milchviehherden. Hier sind spezielle Konzepte gefragt, um sich und seine Tiere vor den Gefahren dieser Vogelarten zu schützen. Ethische Fragestellungen, wie der Tierschutz und die politischen Prioritäten, spielen dabei eine entscheidende Rolle. Sind „K.O.-Kriterien“ noch zeitgemäß? Hinterbeinwinkel, Größe und Strichlänge gehören zu den häufigsten Merkmalen, die oft zu einem schnellen Ausschluss von Bullen bei der Auswahl für die Anpaarung führen. Doch ist das im Jahr 2025 noch sinnvoll? Diese Frage stellte Alexander Braune in seinem Vortrag. Er sensibilisierte die Zuhörer, nicht zu früh Bullen wegen dieser Merkmale auszuschließen. Viele Bullen mit „Makeln“ haben in anderen Bereichen signifikante Vorteile, die von großer Bedeutung sein können. Aspekte wie Nutzungsdauer, Leistung und Gesundheit sollten mindestens genauso entscheidend sein wie die vermeintlichen K.O.-Kriterien. Vömel - Vorzeigebetrieb par excellence Jochen und Alexander Vömel vom Hof Parchtitz öffneten am zweiten Tag die Türen für ihre Berufskollegen. Hand in Hand und mit viel Respekt führten sie auf Rügen einen echten Vorzeigebetrieb. Frau Vömel sorgt dabei hervorragend für die Balance zwischen der jungen und der erfahrenen Generation. „Wir verstehen uns als Team“, betonten die Männer mehrfach und würdigten den Einsatz der gesamten Mannschaft für den Erfolg des Betriebs. Im Jahr 1996 übernahmen sie den Betrieb aus der Insolvenz und entwickelten ihn zu einem zukunftsorientierten Modellbetrieb mit 12.353 Mkg pro Jahr bei 486 Milchkühen, hoher Langlebigkeit und optimaler Gesundheit. Die Tierspezifikation und der Phänotyp der Tiere spielen dabei ebenfalls eine bedeutende Rolle. In einem Workshop auf dem Betrieb zeigte Alexander Braune, wie man aus den Genomen der Tiere selektieren kann. Vater und Sohn Vömel betonten: „Wir sind echt dankbar für den täglichen Einsatz unserer Mannschaft.“ Resümee Gemeinsam kann man Ziele erreichen und Herausforderungen meistern. Das lässt sich auf den Testherdentag 2025 übertragen. Sowohl auf dem Betrieb als auch in der Rinderzucht, wie durch Phönix, heißt es: aktiv mit Wissen und einem fairen Miteinander die Weichen für die Zukunft stellen und die Mechanismen auf Kurs halten. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten und freuen uns auf den nächsten Wissensaustausch mit euch. Alexander Braune IHR PARTNER FÜR AGRAR, BIOGAS & SCHMIERSTOFFE • Stallhygiene • Euterpflege & Melkhygiene • Klauenpflege • Mastitisprophylaxe • Tierzucht- & Tierpflegeprodukte • Schädlingsbekämpfung • Weidezaunbedarf • Reinigungs- & Desinfektionsmittel • Silageabdeckung honnens.de Jetzt den HONNENS Online-Shop entdecken!
RIND&WIR Dezember 2025 Praxisnaher Auftritt mit Technik und Tier Trotz der in diesem Jahr kompakteren Gestaltung präsentierte sich unser Messestand in einem ansprechenden und klar strukturierten Erscheinungsbild. Besonders erfreulich war, dass nach den Einschränkungen des Vorjahres wieder eine größere Zahl an Tieren vor Ort sein konnte. Dadurch bot sich die Möglichkeit, den Lely-Melkroboter praxisnah einzusetzen und dem Publikum täglich im Rahmen eines anschaulichen Schaumelkens zu demonstrieren. Die hierfür eingesetzten Milchkühe wurden uns erneut vom Milchhof Gut Bandelstorf GbR zur Verfügung gestellt – hierfür möchten wir unseren herzlichen Dank aussprechen. Dialog zwischen Politik und Landwirtschaft Ein besonderes Ereignis stellte der Besuch von Daniel Peters, Landesvorsitzender der CDU Mecklenburg-Vorpommern und Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern dar, der am Freitag unseren Stand besuchte. Die Abgeordneten nahmen sich Zeit für einen persönlichen Austausch mit den Züchtern und zeigten sich beeindruckt von der Innovationskraft unserer Branche. Dieser direkte Dialog zwischen Politik und Praxis ist von hoher Bedeutung, um die Interessen der Landwirte unmittelbar in politische Diskussionen einzubringen und die Zukunft der regionalen Landwirtschaft aktiv mitzugestalten. RinderAllianz zieht erfolgreiche Bilanz der MeLa 2025 Die MeLa 2025 erwies sich erneut als bedeutende Plattform für die Landwirtschaft. Mit rund 67.000 Besucherinnen und Besuchern konnte die Messe eine äußerst positive Resonanz verzeichnen. Besonders am Donnerstag und Freitag nutzten zahlreiche Interessierte die Gelegenheit, den Stand der RinderAllianz zu besuchen und sich über aktuelle Entwicklungen in der Rinderzucht zu informieren. Fleischrinder überzeugen auf der MeLa Weitere Höhepunkte waren am Samstag der Jungzüchterwettbewerb Fleischrind sowie Fleischrindwettbewerb der Extensivrassen. Insgesamt stellten sich 21 Jungzüchterinnen und Jungzüchter dem Wettbewerb. Einen ausführlichen Bericht lesen Sie dazu auf Seite 74 dieser Ausgabe. Der Fleischrind-Wettbewerb umfasste insgesamt 91 Tiere aus 12 Rassen und 26 Betrieben. Preisrichter Tobias Petzenberger (Qnetics GmbH) bewertete die Tiere souverän, zügig und mit nachvollziehbaren Begründungen. Die Begeisterung der Züchter für das neue Fleischrinderkonzept war spürbar, und die Atmosphäre während der Veranstaltung war geprägt von einem respektvollen und kollegialen Austausch. Einen ausführlichen Bericht lesen Sie dazu auf Seite 52 dieser Ausgabe. Feierlicher Abschluss der MeLa Den feierlichen Abschluss der Messe bildete am Samstag der Züchterabend im Rinderzelt, der von Dr. Ingo Papstein eröffnet wurde. Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus nutzte die Gelegenheit, um das Engagement und die Leistungen der Züchter zu würdigen. Das Abendessen wurde großzügig von Danish Crown gesponsert. Das Unternehmen präsentierte sich zudem erstmals einen eigenen Bereich auf unserem Stand und unterstrich damit die enge Zusammenarbeit mit der RinderAllianz. Hanna Pospíchal Strahlende Gesichter zur Eröffnung der MeLa 2025 – v. l. n. r. Dr. Matthias Löber, Dr. Jan Körte, Klaus-Dieter Augustin und Dirk Schmüser. 14
15 VERBANDSLEBEN Weitere Informationen finden Sie auf www.rinderallianz.de Brunchen Sie mit uns! Leckereien und interessante Themen rund ums Rind Termin in ST: 13.01.2026 Neujahrsbrunch Führung durch die Halloren-Fabrik in Halle Brunch im Hörsaal der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Universitätsplatz 10, 06108 Halle (Saale) Termine in MV: 27.01.2026 Tantzen-Dobbehaus GbR Betrieb: 888 Kühe I 10.887 Mkg I 3,77 F% I 3,55 E% Restaurant Rauchhaus Möllin, Möllin 12-14, 19205 Gadebusch 03.02.2026 Landgut Durach KG Betrieb: 423 Kühe I 12.016 Mkg I 4,02 F% I 3,55 E% Brunch im Vermarktungszentrum der RinderAllianz, Am Bullenberg 1, 17348 Woldegk
RIND&WIR Dezember 2025 Mitten in der Nacht machten sich die Landwirte auf den Weg nach Lubin. Dort bekamen sie eine Führung durch das Sano Agrarinstitut, eine Forschungs- und Entwicklungseinrichtung der Sano GmbH. Moderne Stallanlagen Die dortige Herde umfasst circa 1.000 Milchkühe. Die Tiere produzieren aktuell circa 14.000 Mkg mit hohem Fett- und Eiweißgehalt. Die modernisierten Ställe sind mit Freilaufboxen, Langtränken und einem Melkkarussel mit 60 Melkplätzen ausgestattet. Im Unternehmen kommt viel Genetik der RinderAllianz zum Einsatz. Die Reisegruppe zeigte sich beeindruckt von dem Gesehenen. Die Kultur soll bei einer Auslandsreise nicht zu kurz kommen und so erfuhren die Teilnehmer bei einer Führung durch die Stadt Torun allerhand Wissenswertes über eben diese und über das Geburtshaus des Gelehrten Kopernikus, in dem sich heute übrigens ein Hotel befindet. Der Betrieb Fortune, der sich in einer Entwicklungsphase befindet und für das kommende Abenteuerliche Erkundungstour durch Polens Agrarbetriebe Eine Vereinsfahrt - die ist lustig; eine Vereinsfahrt - die ist schön… kann aber auch sehr abenteuerlich sein. Zugegebenermaßen ist die Einleitung geklaut und abgewandelt, trifft aber auf die Vereinsfahrt nach Polen, organisiert von der RinderAllianz, dem LKV Sachsen-Anhalt und den Milchkontroll- und Kreisrinderzuchtvereinen Salzwedel, Gardelegen, Haldensleben, Klötze und der Prignitz zu. Jahr eine Aufstockung auf 1.800 Milchkühe plant, wurde am Folgetag besichtigt. Beeindruckend sind die 24 Delaval-Roboter, die sich dort zentral unter einem Dach befinden. Schlammiger Fußmarsch Die Anfahrt zu diesem Betrieb gestaltete sich abenteuerlich. Nachdem der Bus wegen einer Tonnagen-Begrenzung die eigentliche Route verlassen musste, wurde die Reisegruppe von gleich zwei Navis auf einen einfachen Feldweg geführt. Es kam, was kommen musste: Aufgrund der starken Regenfälle war der Weg aufgeweicht und der Bus fuhr sich fest – rückwärts ging es nicht mehr weiter, vorwärts aber auch nicht so recht! Einige Mitreisende machten sich schließlich zu Fuß auf den Weg in den zwei Kilometer entfernten Betrieb Fortune und organisierten mit dem Betriebsleiter einen PS-starken Schlepper, um den Bus aus seiner misslichen Lage zu befreien. Bevor der aufregende Tag im Hotel ausklang, ging es für unsere Landwirte zu Der fachliche Austausch, wie hier auf dem Angusbetrieb, ist für alle sehr wichtig. Für ein Erinnerungsbild rückt die Gruppe gern zusammen. einer Stadtführung durch Danzig. Am letzten Tag fanden sich die Reisenden auf einem weiteren Betrieb ein. Dieser präsentierte sich beeindruckend mit 400 Anguskühen und Gartenbau. 16
17 VERBANDSLEBEN Eric Wilke, Bösdorf/Lockstedt „Interessant war, dass obwohl wir eine EU sind, scheinbar doch ganz andere Bedingungen in der Landwirtschaft gelten. Zum Beispiel wurde kein Abstand an wasserführenden Gräben zwecks Pflanzenschutzmittel gehalten. Beim Bau oder der Erweiterung von Milchviehbetrieben wird nicht lange diskutiert. Es wird gebaut, die Genehmigungen beantragt man später. Wachstumsbetriebe mit 1.000 Tieren aufwärts sind unter deutscher oder holländischer Führung. Der Fachkräftemangel herrscht auch dort vor. Produktionsmitarbeiter sind unter den Polen zu finden, Mitarbeiter auf Leitungsebene aber nur schwer. Gefallen hat mir die Spezialisierung in den Bereichen Aufzucht- und Produktionsstandort. Die dortige Kälberhaltung möchte ich gerne auf unseren Betrieb übertragen. Das Schöne an so einer Fahrt sind die Gespräche, es war eine tolle Truppe und wir lernen dabei voneinander.“ Jörg Jaeger, Blüthen „Ich war sehr überrascht über die Entwicklung, wie zum Beispiel die neue Infrastruktur in Form von Autobahnen. Nebenerwerbslandwirte haben wir so gut wie gar nicht mehr gesehen. Von den Betrieben war ich überwältigt – die Ausstattung, die Fütterungsstrategie mit Mais. Allgemein ist man sehr auf das Tierwohl bedacht. Beeindruckend ist auch die Uniformität der Milchkühe, in der Zucht sind die polnischen Nachbarn gut dabei. Für unseren eigenen Betrieb habe ich auf jeden Fall großes Interesse an der dort verwendeten Siloabdeckung. Dort nutzt man eine Art Vliesfolie, wie ein Teppich, die ist dreimal so dick als unsere und saugt sich mit Wasser voll. Durch das Eigengewicht werden keine Reifen benötigt. Danke für die tolle Fahrt.“ Christiane Wachtel, Estedt „Es war eine hochinteressante Reise, die besichtigten Betriebe waren wirklich gut ausgesucht. Und dann stellt man fest, dass es allen gleich geht. Überall ist es schwer, gute Leute zu finden, die zuverlässig sind. Die Lösung dort hat Eindruck auf mich gemacht, denn das Problem wird nur verlagert. Während polnische Arbeitskräfte oft nach Deutschland kommen, arbeiten dort Kolumbianer. Sehr positiv ist uns allen die Sauberkeit auf den Betrieben und allgemein in Polen aufgefallen. Da gebe ich jetzt immer wieder Hinweise an unsere Mitarbeiter, dass es dort ja auch funktioniert. Das hat mir sehr imponiert und gibt Ansporn, auch im eigenen Umfeld noch umsichtiger zu sein. Ein herzliches Dankeschön geht an alle Organisatoren!“ Für den Bus ging es dort erstmal nicht weiter. Die Stallanlagen in Fortune beeindruckten die Reisteilnehmer. Abenteuer Busfahrt Nachdem Danzig im Rückspiegel verschwand, wurde für die Straßennutzung eine Maut fällig. Beim Bezahlen eben dieser verhakte sich das Fenster des Busfahrers. Dieser Mann – kernig und abgehärtet – legte die gesamte Fahrt bis nach Heiligengrabe (600 Kilometer!!!) mit einem vollständig geöffneten Fenster zurück! Überwältigt von den Eindrücken auf den polnischen Betrieben und von der Gelassenheit des Busfahrers erinnern sich die Reisenden gerne zurück. Drei von Ihnen haben kurz selbst berichtet, was sie beeindruckt hat und was sie vielleicht sogar auf den heimischen Betrieben umsetzen wollen. Berit Heymann
Liebe Landwirte, zum Ende des Jahres blickt man zurück und überlegt, was man alles geschafft hat, was gut lief, was eine „volle Katastrophe“ war oder wer einen begleitet hat. So geht es auch uns als Team der RinderAllianz. Zieht man einen Strich, muss man einfach sagen: Wir sind dankbar für die gute Zusammenarbeit mit Ihnen und stolz, an der Seite so starker Unternehmen zu sein! Blickt man in die Tabellen der Betriebsergebnisse oder Lebensleistungen, kommt man nicht umhin zu staunen, wo „wir“ heute in der Spitze, aber auch in den Durchschnittsleistungen stehen. Ihre tägliche Arbeit spiegelt sich in diesen Zahlen wider. Jeder, der in der Landwirtschaft gearbeitet hat, weiß, wie viel Zeit und Kraft dahinterstecken, und versteht, was es wirklich heißt, jeden Tag – egal ob an Sonn- oder Feiertagen – dieses Pensum zu erfüllen. Und das nicht selten mit einem Lächeln und viel Leidenschaft. Dafür zollen wir Ihnen unseren höchsten Respekt! Selbstverständlich kennen wir auch die kritischen Gespräche zu Preisen, schlechtem Wetter, Personalnot und Co. Dennoch schwingt in der Landwirtschaft oft ein Optimismus mit, der wirklich bewundernswert ist. Liebe Landwirte, wir sind stolz, an Ihrer Seite zu sein und Sie mit unserem Service unterstützen zu dürfen. Wir bedanken uns herzlich für Ihr Vertrauen in unser Team und freuen uns auf die Zusammenarbeit im kommenden Jahr. Frohe und besinnliche Weihnachten! Wir sagen Danke!
20 RIND&WIR Dezember 2025 Gründung eines Laborverbundes geplant Was kommt, wo geht die Reise hin? Die MRV eG und der LKV SchleswigHolstein e.V. streben die Gründung einer neuen GmbH an, die sich auf alle Rohmilchuntersuchungen spezialisiert. Zentraler Standort der Analysen wird Kiel und als Start ist der 1. Juni 2026 vorgesehen. Im Kieler Labor wird bereits jetzt mit zukunftsträchtiger Robotertechnik im Laboralltag gearbeitet – schnelle und zusätzliche Ergebnisbereitstellungen werden dadurch für Sie möglich. Weiterer Vorteil des Laborverbundes ist, dass die Laborprozesse zentral an einem Ort stattfinden, die Laborabläufe optimiert werden können und somit wertvolle Zeit bis zur Ergebnisübertragung gespart werden kann. Schnelle und zuverlässige Ergebnisse sind unser Anspruch. Auch noch gut zu wissen: es wird keine Fusion von MRV eG und dem LKV SchleswigHolstein e.V. geben – beide Verbände bleiben eigenständige Organisationen. Und was bleibt? Die persönliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie die Betreuung vor Ort hat oberste Priorität in unserem Unternehmensverbund und bleibt so wie Sie es gewohnt sind - Ihre Ansprechpartner in Ihrer Region ändern sich infolge der Laborgründung nicht. Auch alle Dienstleistungen rund um die Milchleistungsprüfung und Milchgüte werden in der gewohnten Qualität angeboten und fortgeführt. Güstrow wird zum zentralen Sammelpunkt für alle Rohmilchproben aus MV mit anschließendem täglichen Probentransport nach Kiel. Ebenso können Sie bei Fragen auch weiterhin ihre gewohnten Ansprechpartner aus dem Zentrallabor kontaktieren - Sie stehen unseren Landwirten, Molkereien und Kunden in Sachen Rohmilchuntersuchung jederzeit auskunftsbereit. Auch wichtig, wir halten die Preise für Die Köpfe zusammenstecken und Ideen für eine zukunftsfähige und effiziente Ausrichtung des Laborstandortes Güstrow's finden – so hieß das Motto in den letzten Wochen. Im Ergebnis umfangreicher und konstruktiver Gespräche wurde mit dem LKV Schleswig-Holstein e.V. ein Partner auf Augenhöhe gefunden, um einen modernen und innovativen Laborverbund für Rohmilchuntersuchungen zu gründen. Sie stabil. Dank effizienterer Abläufe bei reduzierten Kosten planen wir ein leistungsfähigeres Labor mit langfristig stabilen Preisen für unsere Dienstleistungen – trotz steigender Anforderungen seitens der Kunden und sinkender Probenzahlen. Die Weichen für die Zukunft werden gestellt Zusammengefasst lässt sich sagen, wir gehen mit der Zeit und passen uns an den Strukturwandel an. Die Landwirtschaft befindet sich im Wandel – Wir, die Verbände auch. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Es gibt immer weniger landwirtschaftliche Betriebe und auch die Zahl der Kühe geht zurück. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Qualität unserer Arbeit und an ökonomisches Arbeiten. Die neue Gesellschaft soll die Stärken beider Partner vereinen: Das Fachwissen, die Erfahrung und die technischen Möglichkeiten der MRV eG und des LKV Schleswig-Holstein e.V. kommen an einem Ort zusammen – mit dem Ziel: effizienter zu arbeiten, Preisexplosionen bei unseren Mitgliedern und Kunden zu vermeiden und vor allem gut für die Zukunft aufgestellt zu sein. Silke Heinz Laborprozesse werden durch moderne Robotertechnik optimiert.
VERBANDSLEBEN Generalversammlung Rinderzuchtverband Sachsen-Anhalt eG SAVE THE DATE Wann: Donnerstag, 26. März 2026, ab 9.00 Uhr Wo: Zuchtviehhalle Bismark In tiefer Trauer nehmen wir Abschied von Dr. Joachim Mösenthin * 20. September 1938 † 17. November 2025 Joachim Mösenthin wuchs auf einem landwirtschaftlichen Betrieb auf, was früh sein Interesse an der Tierzucht prägte. Nach dem Studium und Promotion an der Universität Rostock begann er 1962 im VEB Besamung Schwerin seine berufliche Laufbahn. 1973 übernahm er die Leitung der Zuchtorganisation Rind im Bezirk Schwerin und trug später als Bereichsleiter im VEB Tierzucht maßgebliche Verantwortung für die Rinder-, Schweine- und Schafzucht der Region. Nach der Wende engagierte er sich für den Aufbau einer modernen Zuchtorganisation in Mecklenburg-Vorpommern. 1990 wurde Joachim Mösenthin zum Zuchtleiter des neu gegründeten Rinderzuchtverbandes Mecklenburg-Vorpommern e.G. berufen – ein Amt, das er bis 2000 mit großer Sachkenntnis und Umsicht ausübte. 2007 ernannte ihn die Generalversammlung zum Ehrenmitglied. Sein Wirken war geprägt von Fachkompetenz, Zielstrebigkeit und großer Einsatzbereitschaft. Als Preisrichter, Obmann und Berichterstatter war er weithin geschätzt. Fachlich wie menschlich hinterlässt er bleibende Erinnerungen. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden und allen Weggefährten.
22 RIND&WIR Dezember 2025 So könnte auch die Geschichte des DStamms von Schürer Hammon beginnen, der aktuell mit seiner Genetik und Zuchtqualität märchenhaft in die Holsteinzucht wirkt. Seinen Ursprung hat dieser in einem Embryonenimport des damals populären Bullen Supershot. Die beim baden-württembergischen Betrieb Schürer Hammon geborene Delicia VG85 zog mit beachtlichen Zuchtwerten die Aufmerksamkeit auf sich und gilt als bemerkenswerte Quelle in der deutschen Rinderzucht. Wachsender Einfluss Die Spülung mit Dynamo erwies sich als besonders erfolgreich: Neben Dole GP84 (Großmutter des Phönix-Spitzenbullen Rango 823303) wurde auch Dana VG87 geboren. Dana war Topsellerin des „Exclusive Sale“ der Masterrind und brachte als Zuchtprogramm-Donorkuh die Bullen Gigacube (V: Gigaliner) und Baslan (V: Basic) für die Besamung hervor. Die dritte Dynamo-Tochter ist Dark Di GP84. Auch sie wurde frühzeitig biotechnologisch genutzt und lieferte, wie ihre Verwandten, zahlreiche Embryonen. Fruchtbarkeit, Besondere Anziehungskraft der DE-SUs Leistung und Gesundheit sind Attribute, die diese Kuhfamilie – ebenso wie die Bullen aus dieser Linie – in besonderem Maße vereinen. Die Heroic-Tochter D Herori VG85 aus Dark Di ist zudem die Großmutter des Phönix-Lieblings Alaba 823327 (V: Arizona), der mit +0,74 F%, 123 Nutzungsdauer und enormer Persistenz nach wie vor stark nachgefragt ist. Die Vitality-Töchter Doreen VG85 und Dakota VG85 zählen jedoch zu den bisher größten Erfolgen aus Dark Di. Wichtiges Fundament Diese beiden Tiere sind Paradebeispiele für die Qualität und Effizienz des PhönixZuchtprogramms. Dakota VG85, eine attraktive Jungkuh mit beachtlicher Leistung von 12.153 Mkg bei über 870 kg Fett und Eiweiß, ist keine Geringere als die Mutter der weltweit bekannten Bullenväter Callum 811702 (V: Coverboy), Argentum 691000 (V: Arizona) sowie der Spitzenbullen Rodrigo 619258 (V: Rover) und Rochester 760002 (V: Rover), die als absolute Bereicherung des nationalen Bullenportfolios gelten. Wir sind überzeugt, dass unter den 14 weiblichen Nachkommen von Dakota VG85 noch einige zukünftige Stammkühe für die nächste Generation an Bullenmüttern zu finden sein werden. Doreen VG85, die zweite im Bunde, erbrachte in der ersten Laktation 11.148 Mkg bei 4,77 F% und 3,77 E% und ist derzeit für die Zuchtbetriebe der RinderAllianz von großer Bedeutung. So steht aus Doreen VG85 eine hornlose Hottop-P-Tochter namens Daphne P beim Landwirtschaftsbetrieb Griepentrog in Steinhagen. Auch dieser mit GP83 bewertete Spross wird ihre erste Laktation mit 11.227 Mkg bei 4,67 F% und 3,91 E% abschließen. Aktuell finden Sie ihren Real-Syn-Sohn Rock it 823369 auf den Bullenkarten. Sensationelle Fettprozente, lange Nutzungsdauer und optimale Melkbarkeit, gepaart mit hervorragender Robotereignung, sind nur einige der Vitality-Tochter Doreen kristallisiert sich als besonderer Bereicherung für das Zuchtprogramm heraus. Die Zuchtstätte DE-SU mit mehr als 1.600 Kühen im Bundesstaat Iowa zieht seit Jahren mit Milchleistungen von über 15.000 kg Herdenleistung und überragendem Management international die Blicke auf sich. Es ist daher kaum verwunderlich, dass auch die Sire-Analysten aus aller Welt Interesse an dieser Quelle für Genetik zeigen. Interessante Vererber aus dem Phönix-Programm: Rock it 823369 Ravisi 823366 Alaba 823327 Rango 823303 Callum 811702 Rochester 760002 Argentum 691000
23 ZUCHT MILCHRIND Desiree P ist die ansprechende und hochproduktive Mutter von Ravisi 823366. Der von Griepentrog in Steinhagen stammende Bulle Rock it 823369 beeindruck mit idealen Hinterbeinen, optimalen Becken und super Inhaltsstoffen. Pluspunkte dieses jungen Prachtbullen, der seine Karriere gerade am Bullenberg beginnt. Ein hornloser Surfer-Sohn aus Daphne wurde ebenfalls kürzlich für das Zuchtprogramm Phönix angekauft. Der Kuhfamilie treu, zeigt er sich mit enormem Gehalt, sensationeller Nutzungsdauer sowie solider Gesundheit und Exterieur. Die hornlose Sono-P-Halbschwester von Daphne heißt Desiree und steht beim ebenfalls intensiv am Phönix-Zuchtprogramm beteiligten Betrieb Agrarhof Busse-Paucke in Schelldorf. Die Jungkuh imponiert mit viel Kraft und Breite in der Vorhand sowie einem hervorragenden Euter. Desiree P ist jedoch nicht nur „nett anzuschauen“, sondern liefert in der ersten Laktation 12.695 Mkg bei 3,79 F% und 3,62 E% sowie sehr gute Zuchtwerte. Diese hat sie auch an ihren Sohn Ravisi 823366 weitergegeben. Mit hervorragender Nutzungsdauer, wünschenswert niedriger Zellzahl, optimaler Persistenz und gesunder Nachzucht überzeugt dieser Rockwell-Sohn. Einige Schwestern dieses Prachtbullen setzen aktuell im Donoren-Hotel die Erfolgsgeschichte fort. Zukunftsmodell Der D-Stamm von DE-SU Holsteins hat sich mittlerweile einen bedeutenden Namen in der Szene gemacht, und wir freuen uns, mit dieser enormen Quelle an Genetik arbeiten zu dürfen. Wir sind uns sicher, dass sich bei der Vielzahl hochveranlagter Tiere in den Ställen und im Zuchtgebiet noch zahlreiche weitere Bullen und Spitzentiere auf Auktionen präsentieren werden. Alexander Braune 240618 Bergophor GmbH 95326 Kulmbach · Tel. 09221 806-0 www.bergophor.de FOLLOW US ON KULMIN® LEINEX Dairy Spezial-Ergänzungsfutter für Milchkühe mit besonders hochaufgeschlossenem, extrudiertem Leinsamen und Rapsextraktionsschrot. • hochwertiges Protein • hochverdauliches Fett • hoher Energiegehalt • höhere Persistenz • garantiert hoher Anteil • geringere Methanproduktion an Omega-3-Fettsäuren Laktation - optimal starten
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