Rind und Wir – August 2024

RIND&WIR April 2024 50 Der Umgang mit gefrorenem Sperma Mögliche Qualitätseinbußen können schon vor dem eigentlichen Auftauprozess auftreten. Ein wiederholtes Herausziehen des Hebers über die Öffnung des Behälters hinaus bedingt, dass die Portionen wiederholt antauen und im Anschluss wieder eingefroren werden. Das sorgt unweigerlich für eine Qualitätsminderung des noch lagernden Spermas. Weitaus gravierender ist ein Herausnehmen der Portionen aus dem Behälter, um die Beschriftung abzulesen, verbunden mit einem anschließenden Zurückstecken der Portion in den Lagerbehälter. Die deutlich angetaute Portion gelangt dadurch zurück in den Stickstoff und ein erheblicher Teil der Spermien überlebt das Manöver nicht. Eine übersichtliche Ordnung im Samenbehälter ist von herausragender Bedeutung. Die Heber sind mit Etiketten entsprechend ihres Inhaltes zu beschriften, farbige Gobelets helfen zusätzlich den Überblick zu behalten. Bei der Entnahme von Spermaportionen ist darauf zu achten, dass nur die Portion entnommen wird, die auch gebraucht wird und der Heber dabei maximal 5 cm unter die Öffnung des Behälters heraufgezogen wird. Um das Sperma dann zielgerichtet entnehmen zu können, empfiehlt sich die Verwendung einer Pinzette oder Entnahmeschere bei optimaler Beleuchtung. Das Auftauen: Auf die Temperatur und die Zeit kommt es an Die Auftautemperatur und die Auftauzeit müssen objektiv gemessen werden. Ein Schätzen der Temperatur durch das Eintauchen von Fingern etc. ist nicht geeignet, um die korrekte Auftautemperatur einzustellen. Die korrekte Handhandhabung von konfektioniertem Bullensperma Die künstliche Besamung ist nicht mehr aus der Rinderhaltung und insbesondere der Zucht wegzudenken. Den größten Anteil des Samens macht heute tiefgefrorenes Sperma aus, während auch flüssigkonservierter Samen in einigen Regionen mehr und mehr an Bedeutung gewinnt. Für den Erfolg bei der Besamung ist die korrekte Handhabung des Spermas einer der wichtigsten Faktoren.

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