27 August 2024 INFOS aus BRS und vit Weltklassifizierertagung in Italien Bei der 15. Weltklassifizierertagung der WHFF fand vom 16.–18. April in Cremona ein intensiver Austausch unter 50 Vertretern aus 27 Nationen statt. Aus Deutschland nahmen Dr. Stefan Rensing (vit), langjähriges Arbeitsgruppenmitglied, und Dorothee Warder (BRS) teil, die nun auf Stefan Rensing in der Arbeitsgruppe folgt. In der ersten der zwei theoretischen Sessions wurden die Standarddefinitionen (18 Merkmale), die Korrelationen zwischen den Ländern auf Interbull-Basis sowie die phänotypischen Korrelationen der Merkmale in den einzelnen Merkmalkomplexen vorgestellt. Daneben wurden eine Empfehlung zur Einführung von Vorderbeinstellung und Euterbalance als internationale Standardmerkmale und eine harmonisierte Mängelliste erarbeitet. Die Annahme dieser Empfehlungen muss nun noch durch den WHFF-Vorstand erfolgen. Die zweite Session befasste sich mit der Rolle der Klassifizierung in der Zukunft und dem Strukturwandel der Landwirtschaft, der in den unterschiedlichen Regionen Einfluss hat. Hierzu gab es Eingangspräsentationen aus Frankreich, Neuseeland, Brasilien und den USA. Während z. B. in den USA 1992 noch rund 40 Klassifizierer arbeiteten, sind es heute nur noch 14 Klassifizierer. Diese Entwicklung birgt eine große Herausforderung für die Holsteinzucht, die es anzugehen und bestmöglich zu gestalten gilt. In den zwei praktischen Harmonisierungssessions lag der Fokus am ersten Tag auf der gesamten linearen Beschreibung und am Folgetag bei den beiden neuen linearen Merkmalen Vorderbeinstellung und Euterbalance sowie der Stärke und Bewegung. Dabei wurden in 5 Gruppen unterschiedliche Kühe bewertet. Jeweils ein Arbeitsgruppen-Mitglied hat die Harmonisierung in den Gruppen geleitet. Der Austausch mit den Klassifizierern der anderen Länder ist für die Arbeit auch der deutschen Klassifizierer sehr wertvoll und hilft, weltweit einheitliche Standards zu etablieren. Dorothee Warder, BRS CFIT – Futtereffizienz auf Basis von Kameradaten Wenn die Zuchtbranche in der vergangenen Zeit ihre Aufmerksamkeit auf die Entwicklung neuer Merkmale gelegt hat, dann standen zuletzt vor allem Merkmale im Vordergrund, die einen direkten Zusammenhang zu gesellschaftlich und politisch woken Themen wie Klima- oder Umweltschutz besaßen. Und der erst im April neu eingeführte RZFutterEffizienz (RZFE) spielt in genau dieser Liga. Wobei ein hoher Zuchtwert für Futtereffizienz natürlich nicht nur gut für das Klima (CO2-/CH4-Ausstoß), sondern auch für den Geldbeutel des Milchviehhalters ist. Um aber solche Merkmale zu entwickeln und valide rechnen zu können, benötigt es eine quantitativ wie qualitativ gesicherte Datenlieferung. Und zwar dauerhaft. Für ein Merkmal wie den RZFE sind dabei zukünftig vor allem Daten über die tägliche Futteraufnahme und dazugehörige Gewichtsdaten eines Tieres notwendig und das möglichst aus der Praxis. Aber woher sollen praxisnahe Daten kommen, wenn nicht aus staatlichen oder halbstaatlichen und mit Wiegetrögen und Waagen ausgestatteten Versuchsbetrieben, die es in Deutschland ja auch nur in überschaubarer Anzahl gibt? Eine Antwort darauf haben die deutschen Verbände seit diesem Sommer in dem von Viking (DK) angebotenen CFIT (Cattle Feed Intake System), einem kamerabasierten System zur Futteraufnahme- und Gewichtsdatenerfassung, gefunden. Nach fast einem Jahr Vorlauf ist das System, dessen Herzstück die über dem Futtertisch aufgehängten 3DKameras sind, erstmals in einem deutschen Betrieb installiert und liefert Daten. Trotzdem ist der Weg, bis die Daten aus der 200-köpfigen Herde der Beecken-Wischmann GbR in Schleswig-Holstein den deutschen RZFE zu noch mehr Sicherheit und Genauigkeit verhelfen, etwas steinig. Die Daten, die die 3-Kameras über die Futteraufnahme und die Gewichte der Kühe im Stall der GbR liefern, müssen über verschiedene Schnittstellen gemeinsam mit den tierindividuellen Daten und Informationen aus den Computern des vit und des LKV zu Viking geliefert werden, bevor sie dann (aufbereitet) zum vit zurückkommen und dort in die Zuchtwertschätzung einfließen. In enger Zusammenarbeit von vit, LKV Schleswig-Holstein, dem BRS als Koordinator und Viking sind aber alle Hürden gemeistert und die ersten echten Daten zur Futteraufnahme aus einem konventionellen Praxisbetrieb stehen der deutschen Zuchtwertschätzung nun zur Verfügung. Stephan Schneider, BRS German Dairy Show in 2025 entfällt 2025 wird nach Diskussionen und Abstimmungen in zahlreichen Gremien keine German Dairy Show stattfinden. Stattdessen plant der BRS eine BRS-Convention, ein Zusammentreffen für Rinderhalter mit umfangreichem Rahmenprogramm. 2027 werden dann wieder nationale Rasseschauen durchgeführt. ©Dorothee Warder
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