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MeLa 2017 - gelungene Fleischrinderschau

Impressionen und Bilder der Preisträger folgen in Kürze.

Auch wenn aus der angepeilten Rekordbeschickung in diesem Jahr nun doch nichts wurde - mehrere Betriebe mussten aus verschiedenen Gründen ihre Teilnahme absagen -, können die Fleischrinderzüchter dennoch auf eine rundum gelungene Fleischrinderschau auf der MeLa stolz sein. Nach Wettbewerbs-Abstinenz im letzten Jahr (die Fleischrinderzüchter hatten sich 2016 mit ihren Milchrindkollegen solidarisch erklärt) stand 2017 wieder ein gemeinsamer Wettbewerb aller Fleischrindrassen auf dem Programm. 84 Rinder aus 34 Betrieben und 11 Rassen waren zugegen und zeigten die Vielfalt der Fleischrinderzucht. Neben Züchtern aus Mecklenburg-Vorpommern komplettierten Zuchtbetriebe aus Sachsen-Anhalt (4), Berlin-Brandenburg (11) und Niedersachsen (1) das Gesamtbild und die Richtklassen. Die Stimmung unter allen Beteiligten war sehr gut, die Schau über die gesamte Bandbreite der Fleischrinderzucht wurde sowohl von den Beschickern als auch von den Besuchern sehr positiv bewertet. Ebenso wurden Organisation, Betreuung am Stand und das vorbildliche Sicherheitskonzept von den Züchtern wiederholt gelobt.

 

Für den Wettbewerb am MeLa-Freitag konnte Friedrich Averbeck, Zuchtleiter Fleischrind bei der Masterrind GmbH, als Preisrichter gewonnen werden. Seine Entscheidungen folgten durchgängig einer klaren Linie, waren gut nachvollziehbar und hervorragend begründet.

Insgesamt wurden 24 Einzelklassen gerichtet, wobei Kühe mit Kalb sowie Altbullen deutlich unterrepräsentiert waren. Das ist sehr schade, sind dies doch die Kategorien, die bei den Besuchern erfahrungsgemäß den stärksten Eindruck hinterlassen. Dennoch war es ein sehr spannender Wettbewerb mit vielen Höhepunkten. Insbesondere in den Rassen Fleckvieh-Simmental, Galloway und Dexter gab es mehrere gut bestückte Wettbewerbsklassen, auch Angus zeigte speziell im Färsenbereich eine sehr schöne Kollektion. Enttäuschend war die Abwesenheit der Mecklenburger Uckermärker-Züchter. Einzig die Delta Passow GmbH hielt mit zwei sehr schönen Rassevertretern die Fahnen der Uckermärkerzucht hoch! In den kleineren Rasseblöcken sind insbesondere auch die Vertreter der Highland-Cattle-Zucht mit je einer Färsen- und Bullenklasse zu erwähnen, die beiden hornlosen Gelbviehfärsen Bea und Saba aus der Gut Bad Sülze GmbH sowie die ebenfalls hornlosen Salersfärsen Gesa und Bluna aus der Zuchtstätte Leifels in Körchow.

 

Ergebnisliste Fleischrinderwettbewerb

 

Färsen

Aus den insgesamt 13 Färsenklassen über 9 Rassen kristallisierten sich rasseübergreifend zwei Brandenburger Färsen als Siegertiere heraus. Nach seinem Erfolg auf der BraLa 2017 konnte der Zuchtbetrieb Manfred und Marco Glaser GbR aus Perleberg auch auf der MeLa punkten. Seine 18 Monate alte Fleckvieh-Simmental-Färse Rabea, die mit Top-Werten im Pedigree glänzte, hielt auch optisch dem kritischen Preisrichterauge stand und wurde zur Siegerfärse der MeLa 2017 gekürt. Ihr Vater Ursus wurde in M-V geboren, absolvierte die Stationsprüfung in Laage und wurde über die Karower Fleischrindbullenauktion 2015 an die Glaser GbR verkauft. Mit dem Sieg der Tochter in Mühlengeez schließt sich damit sozusagen der Kreis.

Reservesiegerin im rasseübergreifenden Wettbewerb der Fleischrindfärsen wurde die Kodiac-Tochter Santana vom Heidegrund aus dem Galloway-Zuchtbetrieb von Rainer Tornow aus Lindow - auch dies eine extrem typvolle, korrekte und hervorragend herausgebrachte 19 Monate junge "Dame". Einen exzellenten Eindruck hinterließen auch die Siegerinnen der Richtklassen bei den Angus und den Dextern. Hier gewannen die AA-Färse BEP Vicky (Hadrian x Pervitin) aus dem Zuchtbetrieb Joachim Bethge in Poritz sowie die Dexterfärse Inga (Joschi x Leo 3rd) von Karen Grot aus Gubkow.

 

Kühe

Während in den Färsenkonkurrenzen die Entscheidung "Fleckvieh vor Galloway" hieß, hatte bei den Kühen die Rasse Galloway die Nase vorn: Hier siegte Sabena vom Heidegrund (Alister x Benhur) von Rainer Tornow aus Lindow. Die schicke Zweitkalbskuh, die mit ihrem tollen Exterieur jedes Züchterherz höher schlagen ließ, überzeugte zusätzlich mit einem bestens entwickelten 8 Wochen alten Bullenkalb bei Fuß.

Auch an der schauerfahrenen Fleckviehkuh RGK Blanca (Hoeness x J. Per) aus der Karstädter Rinder GmbH war nur schwer vorbeizukommen. Die enorm rahmige, tiefe und bestens bemuskelte Kuh führte ein starkes Kuhkalb aus dem Februar und gewann verdient den Reservesiegertitel bei den Kühen.

Aus den zwei Richtklassen bei der Rasse Dexter ging die dunfarbene Karen (Eros x Nighthawk) von Karen Grot, Gubkow, als Siegerin hervor und konnte sich abschließend in der Entscheidung um das beste Dexterrind gegen die Siegerfärse und den Siegerbullen der Rasse Dexter nochmals durchsetzen.

Ohne Kalb bei Fuß (weil schon abgesetzt) konnte die Anguskuh PMC Lissy (Optimus x Karat) aus der Natur-Agrar Waren GmbH nicht wirklich in die Entscheidungen um den Siegertitel bei den Kühen eingreifen, gefiel aber dennoch durch sehr viel Typ, enorme Tiefe und ein sehr korrektes, feines Fundament.

 

Bullen

Bei den Bullen fiel die Entscheidung ebenfalls sehr eindeutig aus. Mit 1258 kg war der Fleckvieh-Simmental-Bulle EGH Haakon PP* (Hercules x EGH Rekord) nicht nur der schwerste Bulle der Schau, sondern glänzte auch mit einem hervorragenden Erscheinungsbild. Obwohl noch vor wenigen Wochen im Deckeinsatz zeigte Haakon eine tolle Bemuskelung, gepaart mit enormer Länge, Festigkeit und einem für das enorme Gewicht ausgezeichneten Fundament und Bewegungsablauf. Ein absolut toller Bulle, der der Engfer GbR den Siegertitel in den Bullenkonkurrenzen eintrug. Der Reservesieg ging an den Limousinbullen JW Dever (Devernois x Onglett) aus der WF Fleischrind GmbH Tetschendorf. Mit seinen noch nicht ganz 4 Jahren Lebensalter zeigte der Bulle enorme Präsenz und eine sehr schöne rassetypische Erscheinung sowie eine sehr plastische Bemuskelung. Bei den Charolaisbullen siegte der anderthalbjährige Rudi (Rooney x Otto) aus der Eggers GbR, der einen schönen Rassetyp und enorme Länge zeigte. Die Gallowayklasse entschied Wilm vom Bauernberg (Watussi II x Desert) von Andreas Rasch aus Tatern für sich, bei den Highlands hatte Tudor (Tango x Zork) von Volker Danneberg aus Niedergörsdorf die Nase vorn. Sieger der beiden Dexter-Bullenklassen wurde schließlich der altgediente 7-jährige Findus (Leo 3rd x Nimbus) von Uwe Schulz aus Blankenberg, der bereits 2013 einen Siegertitel auf der MeLa für sich verbuchen konnte.

 

Betriebskollektionen

Der abschließende Wettbewerb der Betriebskollektionen war noch mal ein ganz besonderes Highlight und das i-Tüpfelchen auf einen tollen Wettbewerb.

Der Wettbewerb wurde nach einem k.o.-System ausgetragen. Beginnend mit 4 Kollektionen, die jeweils in den Ecken des kleinen Tierschaurings Aufstellung nahmen, musste der Richter jeweils eine Kollektion zurück in die Boxen schicken, ehe die nächste Kollektion hinzukam. Da gleich im ersten Gang bereits 4 absolut überzeugende Kollektionen im Ring standen, war es dem Preisrichter anzumerken, wie schwer es ihm fiel, hier die richtige Entscheidung zu treffen. Alle nachfolgend hinzukommenden Kollektionen hatten es schwer und mussten sich an den ersten messen. Letztendlich blieb es bei den drei anfangs ausgewählten Kollektionen, die sich von keiner nachfolgenden mehr toppen ließen.

Sieger wurde die Fleckvieh-Bullengruppe der Engfer GbR, Groß Helle. Mit dem Siegerbullen Haakon, seinem anderthalbjährigen Halbbruder Hergo und dem knapp 1-jährigen Herrn Schröder demonstrierte die Engfer GbR sehr schön ihre Zuchtphilosophie. Trotz unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Größe stellten die drei gemeinsam ein sehr harmonisches Gesamtbild, das ihnen den Siegertitel eintrug.

Die wunderbare Ausgeglichenheit der vier einjährigen Angusfärsen aus der Gut Karow GbR brachte dem Betrieb den Reservesiegertitel in diesem Wettbewerb ein. Mit zwei Färsen und einer Kuh mit Kalb überzeugte die Gallowaykollektion von Rainer Tornow aus Lindow vor allem durch enorm starke Einzeltiere und holte sich damit den dritten Platz.

 

S. Schmidt